Erhöhung der MWSt in der Schweiz auf 8.1% und was das für Vertec Kunden heisst

    • Offizieller Beitrag

    In der Schweiz steht eine Änderung der Mehrwertsteuer an auf Anfang 2024 - es geht hoch von 7.7% auf 8.1% (nach dem es im 2018 noch in die andere Richtung ging), siehe https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/m…euersaetze.html. Leider betrifft es uns (und wohl viele Vertec Kunden) jetzt schon, denn für "Periodische Leistungen, die teilweise nach der Steuersatzerhöhung erbracht werden" (z.B. Service- oder Wartungsverträge) muss die Laufzeit die ins 2024 reicht schon heute mit 8.1% besteuert werden. Zitat aus https://www.gate.estv.admin.ch/mwst-webpublik…onentId=1003696

    Zitat

    Abonnemente für Beförderungsleistungen (z. B. Halbtax- und Generalabonnemente oder Ski-Saisonabonnemente) oder Service- und Wartungsverträge für Lifte, Haushaltmaschinen, Computersysteme und dergleichen sind in der Regel im Voraus zu bezahlen. Erstreckt sich ein solches Abonnement oder ein solcher Vertrag über den Zeitpunkt der Steuersatzerhöhung hinaus, ist grundsätzlich eine Aufteilung des Entgelts pro rata temporis auf den bisherigen und neuen Steuersatz vorzunehmen.

    Das bedeutet, dass die Vertec beginnend ab Februar Wartungs- und kombinierte Wartungs- und Hotlinerechnungen so abrechnet, also mit einer Aufteilung auf 2023 und 2024, wobei der 2024er Anteil dann mit 8.1% besteuert wird.

    Aus diesem Grund haben wir auch einen Zusatz zu unserem beliebten Plug-in: Lizenzverkäufe und Serviceverträge publiziert, damit auch Vertec Kunden in der Schweiz das einfach so machen können, falls erforderlich. Siehe den Forumspost von heute sowie die Anleitung in der KB.

    Mit Vertec und der Vertec-Software haben wir schon diverse Änderungen der MWSt mitgemacht in diversen Ländern, siehe z.B. unseren Blogartikel aus 2017. Allerdings haben sich auch die Anforderungen der Vertec Anwender weiter entwickelt, und das fixe Umstellen der MWSt-Sätze auf ein bestimmtes Datum hin scheint uns heute zu starr zu sein.

    Aus diesem Grund haben wir eine Repriorisierung vorgenommen und werden Vertec 6.7 vorziehen und den MWSt-Typen eine Liste von Sätzen mit einem "gültig ab" Datum spendieren, ähnlich wie das schon bei den Währungen und den Kursen gemacht ist. Damit Vertec 6.7 mit genügend Vorlauf vor Ende Jahr verfügbar ist, haben wir gewisse geplante Features nach hinten geschoben - die Roadmap ist schon entsprechend angepasst.

  • Guten Tag

    Wir verwenden das Plug-in Lizenzverkäufe und Serviceverträge nicht. Wir fakturieren allerdings Services über die Spesen mit Laufzeiten, die ins 2024 reichen. Einen zusätzlichen MWST-Typen mit 8.1% haben wir erstellt. Nun erstelle ich zwei Speseneinträge. Einer mit Laufzeit z.B. 01.3.2023 - 31.12.2023 und einen zweiten mit 01.01.2024 - 28.02.2024. (Die Beträge rechnen wir manuell und die Laufzeit ist auch nur informativ.) Beim zweiten Speseneintrag ändere ich im Detailfenster die MwSt auf den neu erfassten 8.1er. Es scheint, als würde diese Einstellung lediglich für die internen Werte verwendet. Den MWST-Typ auf Stufe Rechnung zu ändern ist auch nicht die Lösung. Zwei separate Rechnungen auch nicht. Wie kann das einfach gelöst werden? Es scheint als "fehlt" das MWST für die externen Werte auf Ebene Spese. Besten Dank.


    • Offizieller Beitrag

    Ich kann nachvollziehen, was Sie schreiben. Bei der Rechnungsstellung überwiegt bei der Berechnung der Mehrwertsteuer tatsächlich der MwSt-Typ der Rechnung. Mit der oben von Claudio Pietra beschriebenen Anpassung der MwSt-Behandlung mit Vertec 6.7 werden wir dieses System überarbeiten.

    Zwischenzeitlich würde ich Ihnen folgendes Vorgehen empfehlen: Setzen Sie den MwSt-Typ auf dem der Spese zugrunde liegenden Spesentyp. In diesem Fall wird er für die Rechnungsstellung richtig beachtet:

    Erfassen Sie für die relevanten Spesentypen jeweils einen zweiten Spesentyp mit denselben Attributen. Achten Sie darauf, dass der Code sprechend ist. Auf der Seite Buchhaltung wählen Sie den neuen MwSt-Typ aus:

    Weisen Sie den Spesen für 2024 diesen Spesentyp zu:

    So wird der MwSt-Betrag auf den Rechnungen aufgeteilt:

    • Offizieller Beitrag

    Der obige Weg ist sofort umsetzbar und sehr einfach. Falls das aber zu einer Verdoppelung von vielen Auslagetypen führen würde, könnte auch ein anderes Vorgehen angezeigt sein: es gibt nämlich die Übersteuerung des MWSt-Typs auf der Auslage (auch auf Spesen), nur ist das nicht sichtbar auf dem UI. Das Member heisst xmwsttyp. Das Plug-in setzt dieses, soviel ich weiss.

    Man könnte das Member nun in eine Liste bringen oder auch auf das Einzelform. Das sollte analog der Einkaufs-MWSt möglich sein, so à là:

    Code
    <VatComboBox Name="VatTypeExt" ValueExpression="xmwsttyp" IsCascaded="True" ShowLabel="False" ShowRemoveButton="True" />

    In einer Liste müsste man wohl "von Hand" eine Combobox bauen.

    • Offizieller Beitrag

    Beim zweiten Speseneintrag ändere ich im Detailfenster die MwSt auf den neu erfassten 8.1er. Es scheint, als würde diese Einstellung lediglich für die internen Werte verwendet.

    Das ist in der Tat einfach der Einkaufs-MWSt-Typ, was bei Spesen viel üblicher ist als dass man einen anderen Verkaufs-MWSt-Satz verwendet.

    Als weitere Option könnten Sie natürlich auch das Plug-in in Betrieb nehmen.

    • Offizieller Beitrag

    Die Entwicklung der Flexibilisierung der MWSt-Typen ist abgeschlossen, so dass ich hier Screenshots zeigen kann, wie es in 6.7 aussehen wird:

    ähnlich wie bei den Kursen und der Währung gibt es nun beim MWSt-Typ eine List von Sätzen mit Gültigkeit. Wenn die Fibu eine anderen Code verlangt für 7.7% und 8.1% kann man diesen hier erfassen (im Beispiel UST77 vs. UST81). Der aktuell gültige Ansatz mit Code wird oben dargestellt.

    Wir planen den Releasetermin von 6.7 auf Ende Sommer, so dass es für On Premises Kunden die updaten wollen reichen sollte auf Ende Jahr. Im Cloud Abo machen wir den Update sowieso bald nach dem Releasetermin. Wer mit einer Version < 6.7 die MWSt Erhöhung handhaben will (oder muss), kann das genau gleich machen wie bei den vergangenen Erhöhungen und Senkungen, siehe z.B. diesen Blogartikel: https://www.vertec.com/ch/blog/mwst-senkung-in-der-schweiz/, oder auch https://www.vertec.com/ch/blog/mehrwe…in-deutschland/. Wir werden die beiden Möglichkeiten aber auch noch auf der KB beschreiben.

  • Eine andere Frage zum Thema MWST und Umstellung bzw. Pauschalspesen und MWST:

    Wir stellen jetzt (Januar 2024) Rechnung für die Leistungen vom letzten Quartal 2023. D.h. die Rechnungen tragen ein aktuelles Datum (2024) und sollen in die Buchhaltung (Abacus) 2024 gebucht werden (ein Buchen in die 2023 BUHA mit Rechnungsdatum 31.12.23 ist keine Option). Es werden aktuell KEINE Leistungen mit Datum 2024 abgerechnet, NUR Leistungen 2023 (d.h. wir machen keine Rechnung mit gemischten Sätzen)!

    Wir verrechnen grundsätzlich eine Spesenpauschale (für Kleinkosten) von z.B. 3% der Honorare.

    Nun stehen wir vor dem Problem, dass Vertec auf diese Spesenpauschale automatisch den (allgemeinen) MWST Satz von 8.1% anwendet, weil die Spesenpauschale keiner Leistung zuzuordnen ist und die Rechnung ein Datum 2024 hat. Dies insbesondere auch dann, wenn NUR Leistungen von 2023 in Rechnung gestellt werden.

    Frage / Wunsch: Gibt es keine Möglichkeit, in Vertec für die Spesenpauschale einen eigenen MWST Code zu hinterlegen oder irgendwie in der Buchung ein Datum zu hinterlegen (auf welches dann der MWST für die Spesenpauschale zurückgreift, sodass hier der Satz von 7.7% zur Anwendung gelangt, was in diesem Fall richtig wäre?

    Wenn ich unser Parlament anschaue, sehe ich weitere MWST Änderungen kommen....

    • Offizieller Beitrag

    Ja, das hat im Support schon zu reden gegeben. Die Spesenpauschale ist schon dynamisch bezüglich der MWSt, aber bezieht sich immer auf das Rechnungsdatum, wie Sie korrekt bemerkt haben. Es war nie gedacht, da noch irgendwie eine Aufteilung vorzunehmen.

    Aber natürlich kann man via Speseneinträgen eine Aufteilung vornehmen. Das könnte man auch via ein Skript machen auf der Rechnung, oder halt von Hand, wenn es nur einige wenige Rechnungen betrifft.

    Oder Sie machen 2 Rechnungen, eine mit nur 2023er Leistungen und stellen den MWSt-Typ auf der Rechnung von Hand um auf 7.7%. Dann nehmen auch die Pauschalspesen diesen Satz.

  • Danke für den Input. Das Problem liegt nicht (nur) an Vertec sondern zeigt sich am angeschlossenen Buchhaltungsprogramm (i.c. Abacus). Auch wenn wir es in Vertec "einfach" schaffen (z.B. mit einem neuen, temporären MWST Code, oder die Satzänderung temporär auf einen späteren Zeitpunkt umstellen, bis alle Leistungen 2023 abgerechnet sind), die 7.7% auf die Pauschalspesen hinzubekommen, muss die angeschlossene BUHA ja mit dem in Vertec verwendeten MWST Code/Satz auf der "Zeitlinie" auch zurecht kommen.

    Das Vorgehen über "echte" Speseneinträge (ev. auch mit Skript ) würde neben einer Anpassung des Ablaufs der Rechnungsstellung wohl auch eine Anpassung der Rechnungsvorlage etc. bedingen. Das könnten wir uns für zukünftige Änderungen vorstellen, aktuell ist das für uns wohl keine Lösung.

    Wäre es aber möglich, mit einem Skript die "Buchungstabelle" auf verrechneten Rechnungen anzupassen, z.B. "Wenn auf Rechnung Pauschalspesen vorhanden sind dann MWST Code/Satz auf 7.7% und Pauschalspesen Datum 31.12.23 zuweisen". Es obliegt dann natürlich beim Anwender zu wissen, auf welchen Rechnungen man das Skript ausführen darf und wo nicht...

    Ich würde es begrüssen, wenn Vertec in diesem Punkt noch flexibler wird, als es ohnhin schon ist ;)